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Wie ist es um die Wirksamkeit von Naturheilmittel, Vitaminen und Mineralstoffen bestellt?

Für viele rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke fehlt ein Wirksamkeitsnachweis. Das gilt insbesondere für zahlreiche Naturheilmittel oder pflanzliche Wirkstoffe wie Ginkgo, Ginseng, Echinacea oder Baldrian. Das Fehlen von Studien zum Nachweis der Wirksamkeit ist nicht gleichzusetzen mit der Unwirksamkeit von alternativen Behandlungsverfahren, einschließlich Spurenelementen und Vitaminen.

Die Aussage von Experten: „Die Wirksamkeit für diesen Wirkstoff ist bisher nicht belegt, ein Anwendung kann daher nicht empfohlen werden“, kann ganz unterschiedliche Gründe haben.

Der häufigste Fall ist, dass es zu einem pflanzlichen Wirkstoff eine Reihe von publizierten Studienergebnissen gibt. Diese Ergebnisse sind aber widersprüchlich, d.h. einige Untersuchungen kommen zu dem Schluss, die Substanz sei wirksam, andere wiederum schlussfolgern, es läge keine Wirksamkeit vor. Ein weiterer häufig anzutreffender Fall ist die Situation, dass es zwar eine Vielzahl von Studien zu einem pflanzlichen Wirkstoff gibt, diese aber methodische Mängel aufweisen, so dass sich selbst aus scheinbar klaren Ergebnissen keine eindeutigen Schlussfolgerungen ableiten lassen.

Es gibt zahlreiche pflanzliche Wirkstoffe, die sehr wahrscheinlich hoch wirksam sind. Die Wirksamkeit ist aber noch nicht in Studien nachgewiesen worden, da es bisher niemanden gab, der die notwendigen klinischen Studien finanziert hätte. Dieses Problem haben viele patentfreie Substanzen, zu denen die meisten Naturstoffe zählen. Für deren Erforschung  würden pharmazeutische Unternehmer kein Geld ausgeben, denn die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich in aller Regel nicht schützen und damit wirtschaftlich verwerten. Hier wäre insbesondere die staatlich finanzierte universitäre Forschung gefordert, solche Studien durchzuführen. Es geht darum Behandlungsoptionen zu bewerten, mit denen Erkrankungen möglicherweise wirksam behandelt werden können und das oftmals mit vergleichsweise geringen Nebenwirkungen.

Es gibt weitere Gründe, warum der Wirksamkeitsnachweis für Naturheilmittel oftmals scheitert. Die Wirkung von Naturstoffen ist zum Teil sehr gering ausgeprägt, aber trotzdem ausreichend, um leichte Funktionsstörungen zu kurieren. Bei einer geringen Wirkung ist ein überzeugender Nachweis der Wirksamkeit an die Untersuchung von sehr vielen Patienten gebunden. Diese großen Studien verursachen jedoch hohe Kosten, die kaum ein pharmazeutischer Unternehmer bereit ist zu investieren.

Ein wesentlicher Teil der freiverkäuflichen Präparate aus der Apotheke sind so genannte Nahrungsergänzungsmittel. Dazu zählen auch Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Diese Nahrungsergänzungsmittel benötigen für ihre Zulassung im Gegensatz zu Arzneimitteln keine Studien zum Wirksamkeitsnachweis. Auch ohne diesen Nachweis der Wirksamkeit werden Vitamine und Mineralstoffe  im großen Umfang gekauft, sehr häufig, um Erkrankungen vorzubeugen.

Der Kunde oder Patient in der Apotheke benötigt eine objektive Bewertung zu den angebotenen Präparaten. Diese sollte zudem unabhängig von den Interessen des Herstellers sein.  Der Apotheker wie auch der Arzt erhält seine Informationen zu den Präparaten überwiegend von Herstellern, die selten objektiv informieren. Eine unabhängige Information ist gerade im Interesse der Gesundheit aber notwendig.

Täglich produzieren Wissenschaftler weltweit ca. 30.000 neue Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Selbst für Experten ist es schwierig, hier einen Überblick zu behalten. Viele wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Naturstoffen gelangen nicht in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, weil die Zeitschriften, in denen sie publiziert sind in der Regel nur von ausgewählten Experten gelesen werden.

Die Links in diesem Text führen zu Blog-Beiträgen, in denen Arzneimittel und Naturstoffe auf der Basis dieser wissenschaftlichen Veröffentlichungen bewertet werden:

Naturheilmittel, Vitamine und Mineralstoffe – wirksam oder unwirksam?

Autor: Detlef Nachtigall

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